"Gesund sein bedeutet, der Körper - das System - reguliert selbstständig."

Stressregulation

Stress ist das Bestreben des Körpers, nach einem irritierenden Reiz so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen negativem Stress - ausgelöst durch «unmöglich scheinende» - und positivem Stress, welcher in Situationen entsteht, die subjektiv als bewältigbar wahrgenommen werden. Ohne Stress kann der Mensch nicht leben. Denn für viele Situationen braucht er eine erhöhte Leistungsbereitschaft. Bei Stress werden zum Beispiel bestimmte Hormone im Körper ausgeschüttet. Diese lösen verschiedenste körperliche Reaktionen aus: Das Herz schlägt schneller, Gehirn und Lunge werden besser versorgt, die Sinne sind geschärft. Das Problem entsteht erst dann, wenn dieser Zustand anhält.

 

 

Es lohnt sich immer, sich für bestimmte Stresssituationen zu trainieren.

Entscheidend ist die Erkenntnis, dass wir selbst darüber entscheiden können, wie wir leben wollen. Wir können zwar nicht die Situation an sich verändern, aber wir können jederzeit entscheiden, ob wir uns anpassen wollen, können oder möchten.

Somit liegen unsere Stressprobleme in unseren Händen.


Mögliche Stressoren

Um dem eigenen Stress entgegen wirken zu können, ist es wichtig, diese überdurchschnittlich belastenden Reize, die sogenannten Stressoren zu kennen, die das persönliche Befinden beeinträchtigen.

Belastungen durch Stressoren

Anhaltende, übermässige Belastungen äussern sich zum Beispiel in Erschöpfungszuständen, nervösen Auffälligkeiten, aber auch in Rückenbeschwerden, Magengeschwüren, Bluthochdruck, Herzinfarkt etc. Bis zu einem gewissen Mass kann sich der Mensch den Belastungssituationen anpassen. In solchen Stresssituationen werden körperliche und seelische Reserven mobilisiert, um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Permanenter Raubbau an den eigenen Reserven führt jedoch unweigerlich in eine Sackgasse. Sind die Reserven nämlich erschöpft, kommt es häufig zu einem plötzlichen Zusammenbruch.

 

Stress ist messbar!

 

 

Die häufigsten Symptome sind:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen, Gedankenreisen
  • Gereitzheit, Aggression
  • Lustlosigkeit
  • depressive Verstimmung
  • funktionelle Herzbeschwerden, z.B. Herzrasen
  • Schweissausbrüche
  • Muskelverspannungen
  • chronische Schmerzen im ganzen Körper
  • Kopfschmerzen
  • innere Distanz zur Tätigkeit
  • funktionelle Magen-Darm-Beschwerden
  • Unruhe
  • Antriebslosigkeit
  • Panikattacken
  • Immunschwäche / chronische Infektanfälligkeit

Kein Zweifel: Burnout bedroht die Lebensqualität vieler Menschen!

 


Regulation heisst Leben

„Regulation ist eine der wichtigsten Tätigkeiten lebendiger Organismen. Dahinter verbirgt sich das ständige Ausbalancieren von äusseren und inneren Einflüssen, Reizen und Signalen. Gute Regulation bedeutet Flexibilität, Elastizität und Adaptionsfähigkeit des lebendigen Systems mit dem Resultat eines Gleichgewichtzustandes, der Homöostase. Diese stellt sich aber nie auf Dauer ein, sondern muss ständig aktiv aufrechterhalten werden. Regulation ist das charakteristische Prinzip des Lebens schlechthin. Das Erlösen der Regulationstätigkeit ist gleichbedeutend mit Tod.“

Von Dr.med. Christfried Preussler, Überlingen und Dr.med. H. Süss, Schneeberg.

Gelesen in der Zeitschrift raum&zeit. Ausgabe März/April 2013